Bezeichnung, Bild und Sache.

Überlegungen zur Kleidungsterminologie um 1500

Pdoz. Dr. Helga Schüppert

Menschen und Mentalitäten

Einführungin die Vorstellungswelt des Mittelalters

Prof. Dr. Hans-Henning Kortüm

1996 Akademie Verlag

Bedeutung und Wirkung der schwarzen Bekleidungsfarbe

in Deutschland zur Zeit des 16Jhd.

Dissertation Bremen 2005

Dr. Christina Burde

Weisse Westen - rote Roben :

von den Farbordnungen des Mittelalters zum individuellen Farbgeschmack

Prof.Heide Nixdorff

Die andere Hälfe des Kapitals,

Europäische Unternehmerinnen in der Zeit vom 6. bis zum 18. Jahrhundert.

Maria Luisa Minarelli

"Die andere Hälfte des Kapitals", das ist das Kapital, das Frauen schon seit Jahrhunderten als Herrscherinnen, Nonnen, Bäuerinnen, Dienerinnen, Handwerkerinnen und Bürgersfrauen verwalten und nach ihren Zwecken - Politik, Recht, Wirtschaft und Religion beeinflussend - investieren. Für die Zeit vom 6. bis zum 18. Jahrhundert ist die italienische Historikerin und Journalistin Maria Luisa Minarelli dem unternehmerischen Geist und dem Leben 'kapitaler' Frauen in Europa nachgegangen und hat dazu zahlreiche Aufsätze, Dokumente, Tagebücher, Briefe, alte Rechnungsbücher und handschriftliche Zeugnisse ausgewertet. Die aus der Geschichte hervortretenden Unternehmerinnen, Frauen, wie die byzantinische Kaiserin Theodora, die Geschäftsfrau Danielis von Patras, die Schriftstellerin Christine de Pizan, Aristokratinnen wie Isabella von Kastilien, Katherina von Medici und Elizabeth Tudor, die Lübecker Händlerswitwe Gertrude Morneweg und die Florentinerinnen Lucrezia Tornabuoni und Alessandra Strozzi, die Äbtisissin Eglentyrne, der Chaucer in seinen "Canterbury Tales" Unsterblichkeit verlieh, und auch Olympe de Gouges, die Vorkämpferin der Rechte der Frau in der Französischen Revolution, werden von Minarelli jeweils vor dem kultur- und sozialgeschichtlichen Hintergrund ihrer Zeit dargestellt. In einem 'Nachwort' geht die Frankfurter Journalistin und Autorin Monica Weber-Nau der Geschichte deutscher Unternehmerinnen (z.B. Margarete Steiff, Käthe Kruse, Aenne Burda, Grete Schickedanz und Beate Uhse) im ausgehenden 19. und im 20. Jahrhundert nach. (K.E.)

Außenseiter, Randgruppen, Minderheiten.

Fremde im Deutschland der frühen Neuzeit.

Prof. Bernd Roeck

Randgruppen in der Gesellschaft der frühen Neuzeit sind ein sehr interessantes und vielgestaltiges Thema, das in diesem Buch sehr aufschlussreich aufgearbeitet ist.
Roeck widmet sich dabei den einzelnen marginalisierten Gruppen und belegt u.a. wie es zu Außenseiterpositionen in der Gesellschaft kommen kann. Dabei stehen folgende "Randgruppen" im Mittelpunkt der Darstellung:
Die Juden im frühneuzeitlichen Reich, Täufer, Spiritualisten und andere Heterodoxe, Hexen und Heilige, Arme und fahrendes Volk, Ausländer, ethnische Minderheiten und Glaubensflüchtlinge, Unehrliche (Henker, Schinder und andere Infame) und Uneheliche, sowie Räuber und Räuberbanden. Auch Sexualität und Marginalisierung ist Thema (Homosexualität, Prostitution, Landsknechtshuren, Kastraten). Zuletzt werden Tendenzen der Emanzipation und Integration (Randgruppen, Minderheiten und der Staat der Aufklärung) aufgegriffen.
Eine rundum interessante Arbeit, die auch für den soziologischen "Laien" gut lesbar ist.Das Buch ist ein Standardwerk über die Außenseiter und Minderheiten in der Frühen Neuzeit. Unter dieser Bezeichnung verbergen sich u.a. religiöse Minderheiten, aber auch das fahrende Volk oder die sogenannten unehrlichen Berufe. Betrachtet man, wie eine Gesellschaft mit ihren Randgruppen umgeht, so gibt dies einen tiefen Einblick in den Zustand dieser Gesellschaft. Gruppen können sich selbst stabilisieren, indem sie "andere" als solche definieren. Gerade in der frühen Neuzeit mit ihrer großen Angst und der Demarkation von Territorien und Glaubensrichtungen wurde dies intensiv vollzogen. Das "Unreine" musste vermeintlich außerdem ausgeschieden werden, um sich des eigenen Heils zu versichern. Verbrennungen o.ä. angeblicher Zauberer und Hexen etwa fanden nun übrigens deutlich mehr statt als während des Mittelalters, im Katholischen wie im Evangelischen.

Die verschiedenen Außenseiter-Gruppen im damaligen Reich werden von Bernd Roeck jeweils kurz vorgestellt, es ist eine kurze Übersicht, keine schwere Monografie. Ich fand es entsprechend eine rasche und interessante Lektüre. Sicherlich eine interessante Lektüre, für sozialgeschichtlich interessierte Leser ein Standardwerk.

Ländliche Ordnungen und Geschleschterverhältnisse

Seit einigen Jahren haben  Historikerinnen und Historiker die Menschen wiederentdeckt. Die anthropologische Dimension der Geschichte stößt zunehmend auf Interesse. Ins Blickfeld rücken die Beziehungen der Geschlechter, die Bilder, die sich Frauen und Männer von der Welt machen, die Räume, in denen sie sich bewegen, Erfahrungen und die Wege ihrer Bewältigung, Bedürfnisse, Erwartungen, Deutungsmuster. Die Fragestellungen, Methoden und Theorien sind dabei so vielfältig wie ihre Gegenstände. Die Beiträge dieses Buches zeigen die Facetten, die Spannweite einer modernen, multidisziplinär verankerten kulturwissenschaftlichen Forschung. Gewidmet sind sie Heide Wunder zum 65. Geburtstag. Ihren Anregungen, Perspektiven und Themen verpflichtet, präsentieren sie: "Lesarten der Geschichte".

Die Entdeckung des Ich

Prof.Dr. Richard van Dülmen

Die alte Frage nach dem modernen "Ich" wird in diesem großzügig bebilderten Band neu gestellt und aus historisch-anthropologischer Sicht beantwortet. Individualisierung ist demnach nicht erst ein Merkmal "moderner", von Aufklärung geprägter Gesellschaften, sondern ein Phänomen, das sich im Laufe der Geschichte herausgebildet und verändert hat. Die Geschichte der Individualisierung ist in den letzten Jahren, insbesondere vor dem Hintergrund historisch-anthropologischer Forschungen, neu entdeckt wordenFragen nach der geschichtlichen Entwicklung subjektiven Individualitätsbewusstseins sind in diesem Kontext ebenso in den Vordergrund gerückt wie Formen gelebter Individualität. Die Ergebnisse solcher Untersuchungen zeigen, dass sich vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart in unterschiedlichen sozial-kulturellen Milieus und bei beiden Geschlechtern immer wieder der Wunsch, aber auch konkrete Möglichkeiten zur individuellen Planung oder Gestaltung wesentlicher Lebensbereiche nachweisen lassen. Menschen erscheinen zu keinem Zeitpunkt der Geschichte als passive Subjekte, sie erfahren nicht nur Geschichte, sondern gestalten sie auch. Wie sich diese Entdeckung des "Ich" über Jahrhunderte hinweg entwickelte, versuchen die Autorinnen und Autoren dieses Bandes herauszufinden. AutorenporträtRichard van Dülmen ist Professor für Geschichte an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Historische Anthropologie", die seit 1993 im Böhlau Verlag erscheint.